Jagdgebrauchshundeverein Würzburg u.U.e.V.

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Geschichte und Entwicklung des Jagdhundehofes Würzburg-Heidingsfeld

 

Ein Vereinsjubiläum wie ein 75. Geburtstag, fordert, dass man sich auch einmal mit der Geschichte des Vereins in großen Zügen auseinandersetzt und einen zeitlich gerafften I. Rückblick hält.

a) Entstehung und Entwicklung
Bei der runden Geburtstagsfeier erinnert man sich immer wieder gern zurück. Wie war es damals, wer waren die Eltern, wo stand die Wiege des Geburtstagskindes. Bei meinen Recherchen in der Chronik bin ich relativ schnell fündig geworden und entdeckte quasi die Mutter des Vereins, nämlich die "Beersmutter", die Wirtin der Sanderbräu, Frau Beer, denn in deren Lokal - dem damaligen Vereinslokal des Würzburger Jagdschutzvereins - fanden sich 1923 die Väter des Geburtstagskindes zusammen, nämlich interessierte Jäger und Hundeführer, um über die Gründung eines selbstständigen Jagdhundevereins nachzudenken und sachlich zu debattieren, in Neu-Deutsch ein "brain-storming" zu veranstalten. Diese Zusammenkunft zeitigte Früchte und am 07. März 1924 erfolgte die Eintragung des "Jagdgebrauchs-hundevereins Würzburg und Umgebung e. V." mit 27 Gründungsmitgliedern. Das ist also die eigentlich juristische Geburtsstunde unseres Vereins! Die Vorstandschaft setzte sich zusammen aus den Herren:

- Fritz Buchner (Vorstand)

- Hans Erhard (Schriftführer)

- Josef Schaffer (Kassier)

und den Beisitzern Robert Heuler und Konrad Dittmann. Das Vereinsabzeichen (Hundekopf mit fränkischer Sturmfahne), das wir heute noch tragen, wurde von Prof. Bunke (Weimar) zusammen mit Eugen Baptist Zapff künstlerisch entworfen und gestaltet. Der neue Verein wurde auch bald nach seiner Gründung in den Deutschen Jagdgebrauchshundeverband, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, aufgenommen. Finanzinspektor Hans Erhard (Schriftführer) war zunächst der einzige anerkannte Richter.

Unermüdlicher Organisator von Prüfungen und Suchen war der noch den älteren Mitgliedern sicher im Gedächtnis gebliebene Dr. Wilhelm Dahl, der spätere Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Würzburg. Aber auch andere bekannte Jäger und Hundeleute, wie der "Wachtelvater" Rudolf Frieß, ein Forstmeister aus Krausenbach im Spessart, gab durch entsprechende Fachvorträge die Initialzündung zur Gründung des Vereins.

Die erste Prüfung des neu gegründeten Vereins war - man höre und staune - eine Schärfeprüfung mit zahlreichen Neugierigen an der alten "Gerbrunner Römerbrücke". Der Chronist weiß zu berichten, dass an diesem Ort - Insider wissen warum - damals kein Baum, kein Strauch gestanden haben soll und ein renommierter Gebrauchshund sein Meisterstück zeigen sollte, dabei aber kläglich scheiterte. Eine solche Prüfung wäre heute undenkbar!

Man ließ sich aber durch solche und ähnliche Misserfolge nicht vergrämen, sondern arbeitete intensiv weiter an der gründlichen Aus- und Durchbildung der Hunde, und versuchte speziell, durch züchterische Maßnahmen die Qualität der Hunde zu verbessern. Es wurden auch laufend Arbeiten auf sogenannter "natürlicher Wundspur" mit Ritzen von Kaninchen im Guttenberger Wald und bei Üngershausen durchgeführt, ein Unterfangen, das heute sicherlich die militanten Tierschützer auf den Plan rufen würde. Verschiedene Veranstaltungen mit Fuchsschleppen hatten ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg und dennoch gaben unsere Altvorderen nicht auf. Durch zähe Vereinsarbeit und mit großem Idealismus schafften es Vorstandschaft und engagierte Vereinsmitglieder, dass die Mitgliederzahl von 1924 bis zu Kriegsbeginn 1939 auf etwa 70 wuchs. Erst nach dem Krieg zeigte sich ein sprunghafter Anstieg, und unser Geburtstagskind wuchs und wuchs. 1964 zählte der Verein etwa 230 Mitglieder und heute zum 01.08.1999 365. In den letzten Jahren zeichnete sich allerdings nur ein langsames Wachstum ab. Damit ist unser Verein derzeit einer unter den zehn größten Jagdgebrauchshundevereinen im wiedervereinigten Deutschland. Viele Rüdemänner und Frauen - haben zu diesem großartigen Ergebnis wichtige Beiträge geleistet. Stellvertretend für all diese möchte ich hier die Vorsitzenden in der nunmehr 75-jährigen Geschichte des JGV nennen: An der Spitze des Vereins standen die Jagdkameraden Fritz Buchner (1924-1928), Eugen Baptist Zapff (1928-1951), Albrecht Kaller (1951-1971) und von 1971 bis 1990 unser zu früh verstorbener (14.01.95 +) Ehrenvorsitzender Eugen Engert. Er hat in seiner Amtszeit den Verein und das Jagdgebrauchshundewesen in Unterfranken zur besonderen Blüte gebracht. Mit unermüdlichem Einsatz hat er zusammen mit besonders engagierten Rüdemännern wie Bernd Schwenkert, Alfons Hemmrich, Erwin Mölter, Dieter Seufert, Otmar Stinzing, Ludwig Hutta (08.04.1998 +) u. a. über fast 20 Jahre als Vorsitzender und vorheriger Schriftführer des Vereins unsere Gemeinschaft im unterfränkischen Raum und darüber hinaus bekannt gemacht, das Vereinsheim ständig erweitert und umgebaut und wichtige Impulse für das Jagdgebrauchshundewesen regional und überregional gegeben. Nicht zuletzt deshalb wurde Eugen Engert 1990 zum Ehrenvorsitzenden ernannt, als Wofgang Bau aus Tauberbischofsheim zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, der heute noch den Verein mit Umsicht und Weitblick führt. Er gehört inzwischen auch dem erweiterten Präsidium des JGHV an.


b) Das Prüfungsgeschehen - 55. VGP

Die Vorstandschaft des JGV - Würzburg war und ist stets bemüht, der Hauptaufgabe des Vereins, nämlich der Veranstaltung von Verbandprüfungen gerecht zu werden und damit auch ein reges Vereinsleben zu initiieren. Für einen Prüfungsverein, der wir nun mal sind, stehen eben - anders wie bei einem Zuchtverein - die entsprechenden Prüfungen im Vordergrund. Die allererste VGP nach den Regeln des Jagdgebrauchshundeverbandes fand am 9./10.10.1926 statt. Es liefen damals 4 Hunde, die zwei II. und zwei III. Preise errangen. Es waren dies ein DL, ein DK, ein PP und ein DW. Weitere VGP'en folgten in den Jahren 1927, 1929, 1930, 1932, 1935, 1940 und 1942. Dann wurde das Prüfungsgeschehen durch die Kriegseinflüsse unterbrochen und erst 1952 wieder aufgenommen. als Richter fungierten vor dem Kriege unvergessene Vereinsmitglieder wie Hans Erhard, Dr. Dahl, Dr. Kaller, die Brüder Schmidt aus Mainbernheim, E.B. Zapff, Dittmann, Heuler, Faulhaber u. a., die sogar teilweise noch in der Nachkriegszeit mit anderen Jagdgebrauchshundeleuten wie z. B. Alfons Huppmann, Albrecht Kaller, Hans Muth und Wolfschmidt aktiv waren.
Bis zur heutigen 55. VGP war es noch ein langer und schwieriger Weg. Neben der VGP wurden jedoch auch zahlreiche andere Prüfungen wie VJP, HZP, VSWP, Btr organisiert und abgehalten.
Insgesamt ergibt sich seit der Gründung des Vereins folgendes Bild:

 

also insgesamt:
Anzahl der Prüfungen:Art der Prüfung:Zahl der geprüften Hunde:davon bestanden:
74 VJP 1.234 1.141
19 HZP 305 257
50 VGP 508 408
21 VswP 159 126
44 Btr 519 309
221 -- 2.725 2.241

 
221 Prüfungen 2.725 Hunde geprüft davon 2.241 Hunde bestanden
von 1994 -998: 406 Hunde geprüft 308 Hunde bestanden
d.h. insgesamt seit Gründung 3.131 Hunde geprüft davon 2.549 Hunde bestanden

c) 45 Jahre Jagdhundehof

Alle diese Vereinsaktivitäten und das rege Vereinsleben wären jedoch undenkbar ohne unser eigenes Vereinsheim, den Jagdhundehof Würzburg-Heidingsfeld. Kein Prüfungs- oder Zuchtverein in ganz Deutschland dürfte wohl ein derartiges Kleinod besitzen, dessen 45-jähriges Bestehen wir heute gleich mitfeiern können. In klarer Erkenntnis der Tatsache, dass eine waidgerechte Jagdausübung ohne brauchbaren Hund nicht möglich ist, hatte der Landesjagdberater Josef Gauderer nach dem Kriege in Bayern die Idee, in jedem Regierungsbezirk einen Hundehof zu gründen, für deren Errichtung und Unterhaltung zusätzliche staatliche Mittel fließen sollten. Ziel und Zweck war, in den Hundehöfen vor allem die Abrichtung der Jagdhunde, Schulung der Hundeführer und schließlich Unterbringung der Hunde bei Urlaub oder Krankheit ihrer Besitzer. Im Jahre 1954 wurde dieser - zunächst idealistische Gedanke - nur in zwei Regierungbezirken in die Tat umgesetzt: nämlich in Niederbayern; dort wurde in Landshut der Jägerhof "Weihmichel" gegründet, der jedoch schon Ende 1963 wieder seine Tore schließen musste, und in Unterfranken der Jagdhundehof Würzburg-Heidingsfeld. Mit einem Staatszuschuss von 22.500.-- DM konnte das Grundstück am Pfaffenrain mit ca. 6.000 qm angekauft werden. Albrecht Kaller - 1. Vorsitzender - und insbesondere Hans Muth - 2. Vorsitzender - und von 1954 - 1959 Leiter des Hundehofes, erwarben sich große Verdienste beim Aufbau dieses Werkes. Bernd Schwenkert - von 1975 bis 1996 in ununterbrochener Reihenfolge 2. Vorsitzender unseres Vereins (also über 20 Jahre!), seit 1959 Geschäftsführer (Buchführung) und später Leiter des Hundeshofes - , sorgte mit großem Einsatz für den Betrieb und den weiteren Ausbau des Hundehofes. In Anbetracht dieses außerordentlichen Engagements wurde er inzwischen zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Natürlich hatte der JGV Würzburg als unmittelbarer Träger und Unternehmer des Hundeshofes (Wirtschaftsbetrieb!) ganz erhebliche Geldmengen zur Finanzierung des Vorhabens auch selbst aufzubringen. Mit verschiedenen Darlehen und "Sponsoren" wie Dr. Wilhelm Dahl, die Bauunternehmer Ernst Grün und Gärtner u.a., sowie unter Einsatz von vielen unbezahlten Arbeitsstunden und Spenden unserer Mitglieder konnte das Werk vollbracht werden. Am 01. Juli 1954 wurde als erster Berufsabrichter Georg Braune am Hundehof angestellt. Ihm folgten so bekannte Ausbilder wie Ludwig Hutta und Hans Sämmer, wobei Revierjagdmeister Ludwig Hutta am längsten, nämlich von 1959 - 1970 tätig war. Leider ist er am 08.04.1998 verstorben. Ihm zum Gedenken wird unsere diesjährige Jubiläumsprüfung, die Ludwig Hutta Gedächtnis-VGP durchgeführt. Diese Männer haben sich aber auch als erfolgreiche Züchter einen bundesweit bekannten Namen geschaffen. Aber nicht nur die Vorstehhunde und ihre Führer haben im Hundehof eine Heimstatt gefunden. Vor etwa 30 Jahren wurde auf besonderen Wunsch passionierter Baujäger zur Ausbildung von Erdhunden und zur Ermöglichung von Bauprüfungen ein vorschriftsmäßiger, großer Kunstbau im Gelände des Hundeshofes angelegt, der heute noch in Betrieb ist. Verantwortlich für diese Schliefanlage zeichnet die Sektion Würzburg des Dachshundeclubs Nordbayern, über lange Jahre geführt von dem allseits bekannten - "Teckel-Mann" und Sonderrichter Schweiß Erwin Mölter. Er stellte jahrzehntelang quasi das Bindeglied zwischen Teckel- und Vorstehhundeleute dar, so dass in der Vergangenheit die Zusammenarbeit zwischen JGV und Dachshundeclub völlig problemlos verlief. Heute noch zeigt er reges Interesse am Vereinsgeschehen und besucht regelmäßig die monatlichen Versammlungen. Doch zurück zum Hundehof. Es war gut und wohl überlegt, dass man bei der Gründung des Hundehofes vor 45 Jahren gleich eine so große Fläche von 6.000 qm erworben hat, denn heute wären die Preise unerschwinglich und wegen vieler, vieler Vorschriften (bauen im Außenbereich, Trinkwasserversorgung, Geräuschimmissionen etc.) eine Baugenehmigung kaum noch zu erlangen. Mit vielen Mühen, Sorgen und Opfern wurde so aus bescheidenen Anfängen heraus ein großes Werk geschaffen, das heute einen recht erheblichen Wert darstellt und aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken ist. Dort finden nicht nur die monatlichen Versammlungen mit interessanten Vorträgen und Richterschulungen statt, sondern auch Vorstandssitzungen und andere Vereinsveranstaltungen (bei Prüfungen etc.). Während der Bewirtschaftung des Hundehofes als Betrieb durch den Verein gab es viele Probleme menschlicher und finanzieller Art, die sich nicht immer positiv auf das Vereinsleben auswirkten. Seit der Verpachtung des Hundehofes an die Familie Schubert ist der Verein finanziell gesund und weniger problembehaftet, so dass es künftig wohl bei dieser Regelung bleiben wird. Gleichwohl ist es bedauerlich, dass die eigentliche Idee der Gründer des Jagdhundehofes, nämlich die unmittelbare Ausbildung unserer Jagdhunde im und um den Hundehof aus personellen und finanziellen Gründen seit vielen Jahren nur noch begrenzt umgesetzt werden kann und nur noch Pensionshunde gehalten werden. Dennoch ist zu wünschen, dass sich diese "Institution" Hundehof, die wohl in ihrer Art einzigartig in ganz Deutschland ist, in der bisherigen Weise erhalten werden kann und sich weiterhin zum Wohle des Vereins und des gesamten Jagdgebrauchshundewesens positiv entwickeln wird.


II. Ausblick

Wie wird sich aber der Verein und das Jagdgebrauchs-Hundewesen weiter entwickeln? Diese bange Frage muss man sich in der seit Jahren zunehmend schwieriger werdenden Situation stellen. Die Zukunft des Jagdgebrauch-Hundewesens ist abhängig und eng verknüpft mit den Rahmenbedingungen für die Jagd- und das Prüfungs- und Zuchtgeschehen im Gebrauchshundelager. Ich wage an dieser Stelle zu behaupten, dass die Blüte des Jagdgebrauchs-Hunde-wesens vorüber und der Zenit überschritten ist! Bis in die letzten Jahre war eigentlich ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen und der Zulauf zu den Jägern und Hundeführern groß, vielleicht zu groß. Erste Probleme zeichneten sich ab durch zurückgehende Niederwildbestände bei Hase, Rebhuhn und Fasan. Hinzu kamen die Kampagnen militanter Tierschützer gegen die Jagd und die Jagdgebrauchs-hundearbeit, deren Erfolge darin gipfelten, dass der "Notbehelf" des Aussetzens von Wachteln, Fasanen und Enten bei Ausbildung und Prüfung von Vorstehhunden zunächst eingeschränkt und dann ganz verboten wurde. Das Problem der Arbeit hinter der lebenden Ente beschäftigt teilweise heute noch die Gerichte in Deutschland und erhitzt die Gemüter. Sicher kam es in der Vergangenheit bei der Vorbereitung und Ausbildung unserer Hunde zu Jagdgebrauchshunden auch zu Auswüchsen. - Schlagwort "Sportführerbewegung" - , aber letztlich war die Masse der Hundeführer und Züchter doch nur bestrebt, den Jägern mit gut ausgebildeten Hunden eine waidgerechte Jagdausübung zu ermöglichen nach dem bekannten tierschutzrelevanten Grundsatz: "Jagd ohne (brauchbaren) Hund ist Schund". Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden war und ist nicht Selbstzweck, sondern dient letztlich dem Tierschutz, nämlich krankes und verletztes Wild möglichst schnell zur Strecke zu bringen und von seinen Qualen zu erlösen. Dieses Postulat muss den nichtjagenden Mitbürgern auch von uns verständlich gemacht und "rübergebracht" werden. Wir als Jäger und Hundeführer sollten deshalb tunlichst alles vermeiden, was den Eiferern und Fanatikern unter den Tier- und Naturschützern Munition gegen unseren Auftrag und unsere Aufgaben liefert. Unsere oberste Dachorganisation, der Jagdgebrauchshundeverband, hat es dabei nicht immer leicht, zwischen den Fronten zu stehen und zu vermitteln. Ich beneide den Präsidenten Christoph Frucht wahrlich nicht um seine schwierige und undankbare Aufgabe, akzeptable Kompromisse zwischen dem "Machbaren" und dem "Wünschenswerten" zu erzielen. Ein deutliches Beispiel hierfür ist die jüngst verabschiedete neue PO - Wasser, die uns eigentlich allen "nicht so recht schmeckt" und m.E. auch dazu beitragen kann, dass sich künftig viele Hundeführer mit HZP und JEP begnügen werden, statt sich nochmals der schwierigen Meisterprüfung, der VGP zu stellen. Grundsätzlich wird diese neue PO - Wasser auch starken Einfluss auf die Entwicklung des Gebrauchshundewesens nehmen, weil damit längerfristig auch die Zucht beeinflusst werden wird und künftig nur noch sehr begrenzte Möglichkeiten gegeben sein werden, die geeigneten Zuchttiere herauszufiltern, weil eine schlechte Wassernote auf einer bestandenen HZP dem Prüfling lebenslang anhängen wird. Andererseits ist uns auch klar, dass diese und andere Entwicklungen im Prüfungswesen nicht vermeidbar waren, um das Jagdhundewesen in seinem Bestand insgesamt zu sichern. So werden wir künftig mit weiteren Einschränkungen und Problemen bei der Jagdausübung und Hundeausbildung leben müssen, sollten jedoch - insbesondere auf höherer Ebene - wachsam sein, dass man uns nicht nach der bekannten Salami-Taktik völlig den Boden unter den Füßen entzieht, und wir im Abseits der Gesellschaft stehen. Dem "Trend" entgegenzuwirken, diese Probleme zu bewältigen, ist aber nicht nur Aufgabe von DJV, BJV oder JGHV, sondern geht uns alle an. Wir als Jäger und Hundeführer sind aufgerufen, mit "einer Zunge" zu sprechen. Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen in Jäger oder Hundeführer, in DD, DK oder Prüfungsvereine, so wie dies teilweise in der Vergangenheit geschehen ist, und wir uns damit selbst geschwächt und es unseren Gegnern leicht gemacht haben, nach dem Motto:
"Teile und herrsche".

Ein anderer Leitsatz muss für uns gelten; nämlich
"Nur Einigkeit macht stark".

 

Dann sehe ich für unsere Sache nämlich die Jagd- und Gebrauchshundesache und damit auch für unseren Jagdgebrauchshundeverein eine hoffnungsfrohe Zukunft. Wie wir gesehen haben, hat sich in den 75 Jahren seit der Gründung des Vereins vieles geändert in der Jagd und Hundeführung, wie sonst im Leben auch. Eines ist dem Jäger aber bei allem Wandel geblieben: Die Freude am Jagen, die Liebe zur freilebenden Kreatur, zu unseren Hunden und die Freude an der Natur. Geblieben ist auch der ungebrochene feste Wille aller Jäger, diese hohen Güter mit Zähnen und Klauen gegen alle Bedrohungen und Angriffe zu verteidigen, ohne jedoch sich neuen Ein- und Ansichten zu verschließen. Nur so können wir Bestand haben und gut gerüstet in das nächste Jahrtausend gehen.
Und so wollen wir ein kräftiges Horrido und Waidmannsheil auf unser deutsches Waidwerk und unser Geburtstagskind ausbringen.
Horrido........
Ihr
Wolfgang Bau
1.Vorsitzender